Liebe BesucherInnen,

wir haben  wieder geöffnet und freuen uns auf Sie! Auch unsere Sonderausstellung "hutARTig" können Sie besuchen.

Bitte achten Sie bei Ihrem Museumsbesuch auf die geltenden Hygieneregeln sowie geeigneten Mundschutz und 1,5 Meter Mindestabstand zu anderen Menschen.

Führungen für Gruppen mit begrenzter Teilnehmerzahl sind wieder möglich.  Sie können eine Gruppenführung buchen oder an unseren öffentlichen Sonntagsführungen teilnehmen. Wir beraten Sie gerne!

Bleiben Sie weiterhin gut behütet!

Die Ausstellung „hutARTig“ zeigt die Wandelbarkeit des Museums. Sogar im „Heiligtum“ des Hauses – der Dauerausstellung gibt es Neues zu entdecken.

18 KünstlerInnen durften in dieser Dauerausstellung Veränderungen – Interventionen – vornehmen. Wir wollten damit neue Blickwinkel ermöglichen, gedankliche Leerstellen füllen, Brüche sichtbar machen oder auch mal ganz harmonisch die Vitrinen mit Kunst ergänzen. 

Eine mit silbernen Nadeln bespickte Kappe, die den Namen der starken Göttin Athene trägt, hat ihren Platz neben den Schuten aus der Biedermeierzeit eingenommen. Schuten sind Scheuklappen ähnliche Hauben, die den Frauen Sicht und Gehör versperrten und sie vom öffentlichen Leben abschirmten.

In der Vitrine der Kopfbedeckungen des Bürgertums tauchen plötzlich Accessoires  von Travestiekünstlern auf, die so schrill gar nicht wirken zwischen den aufwändigen Federhüten der betuchten Damen jener Zeit. Und im Huttornado ziehen kunstvoll gefertigte Kappen eine neue, berührende Linie. Denn die „caps for the future“ sind aus Laub vom Jüdischen Friedhof in Ausschwitz.

Den Besucher laden die Interventionen dazu ein, die mittlerweile fünf Jahre alte Dauerausstellung des Deutschen Hutmuseums noch einmal mit anderen Augen zu sehen. Sie können hinterfragen und neue Ansätze finden oder einfach die Kunst genießen, die sich in den Vitrinen versteckt.

Einen Teil der Kunstwerke zeigen wir in unserem Sonderausstellungsraum. Alle KünstlerInnen haben sich intensiv mit unserer Thematik beschäftigt und dazu spezielle Arbeiten angefertigt.

Manche der Arbeiten erscheinen heute – und das bedeutet in Zeiten von Corona -  in einem anderen Licht. Da ist zum Beispiel das Werk „Distanzzone“ von Thomas Breitenfeld oder „Home Office“ von Ilona Amann. „Weltenende“ hat Felix Weinold sein Video betitelt und er ist es auch, der uns das begehrteste Gut dieser Tage in die Vitrine gestellt hat: ein Regal voller behüteter Klopapierrollen, die uns fragen: „What´s your taboo?“.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:

Ilona Amann, Thomas Breitenfeld, Gisela Dobler, Nezaket Ekici, Anna Frydman, Esther Glück, Monika Humm, Martin Kargruber, Michael Krause, Anton Petz, Olaf Probst, Maria Rucker, Eva Ruhland, Rose Stach, Stefanie Unruh, Tatjana Utz, Felix Weinold, Matthias Wohlgenannt

Blick in die Sonderausstellung hutARTig
What is your Taboo?, Künstler Felix Weinold